Ein Blick hinter die Kulissen des Rennsteigtunnels

23. Oktober 2026
Schulsanitäter des MPG besichtigen den längsten Tunnel Deutschlands

Schulsanitäter des MPG besichtigen den längsten Tunnel Deutschlands



Die Schulsanitäter des Martin-Pollich-Gymnasiums besuchten den Rennsteigtunnel an der Autobahn A71 zwischen den Anschlussstellen Gräfenroda und Oberhof. Dabei erhielten wir spannende Einblicke in die Sicherheitstechnik, die Überwachung und die Rettungsmaßnahmen in einem Straßentunnel.

Der Rennsteigtunnel ist acht Kilometer lang und unterquert vier Berge des Thüringer Waldes. Während der Besichtigung bewegten wir uns in der Nähe des laufenden Verkehrs. Deswegen wurde für unsere Gruppe eigens eine Fahrspur gesperrt. So konnten wir einen Abschnitt des Tunnels sicher zu Fuß erkunden.

Besonders beeindruckend war die Überwachungszentrale. Dort kontrollieren rund um die Uhr mindestens zwei Mitarbeiter die Autobahnen mithilfe von Kameras. Im Rennsteigtunnel sind mehr als 600 Kameras installiert. Sie helfen dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und bei Unfällen schnell zu reagieren.
Auch die Sicherheitseinrichtungen wurden vorgestellt. Etwa alle 150 Meter befinden sich Notrufmöglichkeiten, über die Verkehrsteilnehmer Hilfe anfordern können. Alle 300 Meter gibt es Querschläge, durch die man in die andere Tunnelröhre und damit auf einen sicheren Fluchtweg gelangen kann. Zusätzlich ermöglichen Überfahrten den Einsatzfahrzeugen den Wechsel zwischen den Röhren.
Ein weiteres Thema war die Belüftung. Die acht Axialventilatoren werden vor allem im Brandfall zur Entrauchung eingesetzt. Da der Rennsteigtunnel besonders lang ist, unterstützen zusätzliche Luftaustauschanlagen die Belüftung. Außerdem verfügt der Tunnel über eine eigene Berufsfeuerwehr, die rund um die Uhr einsatzbereit ist und jeden Bereich innerhalb von etwa fünf Minuten erreichen kann.
Die technische Ausstattung umfasst auch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Bei einem Stromausfall können dadurch wichtige Anlagen noch ungefähr eine Stunde weiterbetrieben werden. Zudem erfuhren wir, dass der Tunnel etwa alle drei Monate mit einem speziellen Tunnelwaschgerät gereinigt wird.

Wir danken der Zentralen Betriebsleitstelle Zella-Mehlis für die sehr lehrreiche Führung und ihre tägliche Arbeit. Die moderne Technik, klare Fluchtwege und die schnelle Zusammenarbeit der Einsatzkräfte tragen dazu bei, dass man sich in diesem Tunnel sicher fühlen kann. Für unsere Tätigkeit als Schulsanitäter konnten wir wertvolle Erkenntnisse über Gefahreneinschätzung und Notfallmaßnahmen gewinnen.

Bericht und Fotos: Phil Schmitt (Klasse 6b)
Sechs Schulsanitäter des MPG mit ihrer Gruppenleiterin OStRin Alexandra Beck (1. v. r.) vor einem Frischluftventilator des Rennsteigtunnels.