Am Montag, dem 24.11.2025, hielt Prof. Dr. Mathias Wilde von der Hochschule Coburg einen Vortrag zum Thema „Nachhaltige Mobilität“. Dabei ging er der Frage auf den Grund, wieso wir uns auf die Art und Weise fortbewegen, wie wir es heutzutage tun, und was man daran ändern kann.
Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zu Freizeitaktivitäten oder zum Einkaufen – die meisten Menschen sind intermodal unterwegs, also unter Verwendung mehrerer Verkehrssysteme. Beispielsweise gehen sie zu Fuß zur Haltestelle und fahren dann mit dem Bus weiter zum Zielort.
Viel üblicher allerdings ist das Autofahren. Die für die Kraftwagen ausgelegten Infrastrukturen mit breiten Straßen ohne Fußgängerwege gibt es längst nicht mehr nur in den USA. Seit der Industrialisierung ist das auch in Deutschland Realität geworden. Die Städte sind zugunsten des Autoverkehrs umgebaut worden, wodurch wenig Platz für Menschen, welche zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind, bleibt. Prof. Dr. Wilde zeigt die Entwicklung deutscher Städte wie Frankfurt, Halle oder Leipzig und deren „Umbau zur autogerechten Stadt“. Doch dieses Phänomen betrifft nicht nur die großen Städte. Straßen ohne Bürgersteig oder plötzlich endende Fußgängerwege – auch in Mellrichstadt kann man derartige Hindernisse für Fußgänger und Fahrradfahrer finden, weshalb die Menschen sich immer weniger auf die Straße trauen, schon gar nicht im Winter.
Das schlechte Wetter sei keine Ausrede, nachhaltig unterwegs zu sein. Prof. Dr. Wilde selbst ist begeistert von seinem Brompton Klapprad, einem praktischen, faltbaren Zweirad, welches er den Schülern vorführt.
Sein Ziel ist es, diese zum Nachdenken anzuregen, was sie an ihrer Fortbewegungsart ändern können, denn „Wir brauchen wieder Platz für Menschen“ – ein Slogan, der dem Konzept der „Cities for People“ von Jan Gehl folgt. Paris beispielsweise ist dabei, dies in Form einer fußgängergerechten Champs-Élysees bis 2030 umzusetzen. Auch in Deutschland gibt es Ansätze, wie das Projekt „Jugendliche gestalten den ÖPNV“ von Stefan Lenz. Genauso möchte Prof. Dr. Wilde die Schüler ermutigen, etwas zu ändern, denn „Mobilität ist nichts Festes“. Und genauso wie der Mensch aus der Stadt vertrieben worden ist, kann man auch wieder den Fahrzeugverkehr einschränken.
Bericht: Annika Gensler (11b)
Fotos: Carola Stelzer