Freudige Aufregung herrschte am vergangenen Freitagnachmittag in der Aula des MPG. In einem feierlichen Festakt erhielten 31 Abiturientinnen und Abiturenten des ersten G9-Jahrgangs im Beisein ihrer Familien, Lehrerinnen und Lehrer sowie einiger Ehrengäste ihre Abschlusszeugnisse.
Mit einer ökumenischen Andacht, gestaltet von Pfarrer Florian Mucha und StR Philipp Schleicher, begann die Abiturfeier. Pfarrer Mucha griff dabei das biblische Wort „Es ist vollbracht“ auf und zog mit einem Augenzwinkern Parallelen zur zurückliegenden Prüfungsphase: Wie auf die Leiden der Kreuzigung die Auferstehung folge, seien auch die Strapazen, der Lernstress und die Anspannung der Abiturprüfungen überwunden. Nun dürfe gefeiert werden – die „Auferstehung“ in Form der feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse.
Nach der Begrüßung der Gäste durch Schulleiterin OStDin Petra Bieber und der Abiturientin Hannah Fischer gratulierte Landrätin Sonja Rahm den Absolventen zum höchsten erreichbaren Schulabschluss. Mit Blick auf ihr eigenes Abitur am MPG vor 30 Jahren ermutigte sie die Schülerinnen und Schüler, nach Studium oder Ausbildung in den Landkreis zurückzukehren, und dazu beizutragen, diesen „noch lebens- und liebenswerter zu gestalten“.
Auch der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Mellrichstadt, Herr Markus Groenen, sowie der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Christian Machon, würdigten den erfolgreichen Abschluss der Abiturienten. Groenen betonte, dass in jedem Abiturzeugnis Ausdauer, Leistungsbereitschaft und der Mut sichtbar würden, Herausforderungen anzunehmen. Machon knüpfte daran an und griff das Abimotto auf: „Alabin – In jeder Flasche steckt ein Genie“: In 13 Jahren Schulzeit seien verborgene Talente und Leidenschaften der Schülerinnen und Schüler entdeckt und gefördert worden – die Abiturienten zeigten nun ihr „Genie“.
Charismatisch-lässig sang anschließend der Absolvent Paul Manger den Sinatra-Klassiker „Fly me to the moon“, begleitet von OStR Urs John am Klavier, bevor Matilda Benkert und Justus Fuchs in ihrer kurzweiligen, tiefgründigen, auch emotionalen Abiturrede an zahlreiche Höhepunkte sowie prägende Einschnitte ihrer Schulzeit erinnerten. „Schule war nie nur ein Gebäude, sondern ein Teil unserer Lebensreise,“ fassten sie zusammen. Nach dem Blick zurück auf viele „letzte Male“ rückten die Abiturienten anschließend den Fokus auf neue „erste Male“ in der Zukunft. Abschiede täten immer weh, doch nähmen sie Freunde für’s Leben und viele Erfahrungen mit, betonten die beiden stellvertretend für ihren ganzen Jahrgang.
Mit der Feststellung „Ein Traum wird wahr“, begann Schulleiterin OStDin Bieber ihre Ansprache und übertrieb dabei nicht: Insgesamt haben alle 31 Schülerinnen und Schüler das Abitur bestanden, bei 17 Absolventen steht auf dem Reifezeugnis eine Eins vor dem Komma, bei 14 eine Zwei. Der Weg zu diesen hervorragenden Ergebnissen sei jedoch keineswegs selbstverständlich gewesen. Sie erinnerte die Abiturienten an ihre von der Corona-Pandemie geprägte Mittelstufe – eine Zeit, in der Normalität, Gemeinschaft und gemeinsame Fahrten gefehlt hätten. Umso bemerkenswerter sei der große Zusammenhalt des Jahrgangs in der Oberstufe. Besonders hob die Schulleiterin das Musical „Der kleine Horrorladen“ (November 2024 aufgeführt) hervor, bei dem die Schüler ihren kollegialen und kreativen Geist gezeigt und über sich hinausgewachsen seien. „Ihr seid ein echt toller Jahrgang, den ich in sehr guter Erinnerung behalten werde“, bekundete sie. In Anlehnung an das Abimotto griff die Schulleiterin abschließend zur Wunderlampe und holte daraus symbolisch drei Wünsche für die jungen Erwachsenen: Gesundheit, Erfolg und Glück.
Im Anschluss an die von einem kleinen Bläserensemble dargebotene Rockballade „Don’t stop believin‘“ stand der Höhepunkt der Feier auf dem Programm: Schulleiterin Bieber und Oberstufenkoordinator StD Ingo Steube überreichten die Abiturzeugnisse. Vom Elternbeirat erhielt jede Absolventin und jeder Absolvent zudem eine weiße Rose als Zeichen der Anerkennung und der guten Wünsche für die Zukunft.
Anschließend wurden herausragende Leistungen geehrt: Matilda Benkert, Tom Lochner (beide Notendurchschnitt 1,0) sowie Leila Tänzer (1,1) erhielten für die Bestnoten des diesjährigen Abiturjahrgangs von der Karl-Reich-Stiftung einen Geldpreis sowie vom Landkreis einen Büchergutschein. Eine Empfehlung für ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes ging an Matilda Benkert, eine Empfehlung für ein Stipendium des Cusanus-Werkes an Fabian Beck und Noah Weigand. Ebenfalls geehrt wurden die besten Naturwissenschaftler. Dies waren Tom Gensler (Chemie), Tom Lochner (Physik), Justus Fuchs (Physik und Mathematik) und Lena Gilges (Biologie). Eine Urkunde mit goldener Anstecknadel des Verbandes der Deutschen Altphilologen für besondere Leistungen im Fach Latein erhielt Marlene Guttroff. Den Preis der Volksbank-Raiffeisenbank für sehr gute Leistungen in den Bereichen Seminararbeit und soziales Engagement nahmen Luna-Marie Bötsch und Anna Kochinki entgegen, den Preis der Sparkasse für sehr gute Leistungen und besonderes Engagement Paul Manger und Tom Lochner. E-Fellows-Stipendien haben mit Matilda Benkert, Tom Lochner, Leila Tänzer, Lena Gilges, Justus Fuchs, Marlene Guttroff, Hannah Fischer, Sophie Müller, Anna Kochinki, Tom Gensler, Sofia Hietsch und Luna-Marie Bötsch die besten Abiturienten des Jahrgangs erhalten. Für jahrelanges Engagement in der Schülermitverantwortung wurden Anna Kochinki und Sophie Müller geehrt.
Den Abschluss der feierlichen Zeugnisverleihung bildete ein Sektempfang im Eingangsbereich des MPG, bei dem die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit ihren Gästen auf den erreichten Meilenstein anstießen. Anschließend wurde in der Oskar-Herbig-Halle ausgelassen weitergefeiert.
Bericht und Fotos: Carola Stelzer