„Döff doss doss?“ – Wer darauf antworten kann – am besten im gleichen Wortlaut – outet sich unmissverständlich als echter Rhöner. Und wer dabei auch noch ein gutes Gefühl verspürt, bezeichnet wahrscheinlich dieses Gebiet auch als seine Heimat.
Der Mundart-Künstler Fredi Breunig gehört mit Leib und Seele zu dieser Gruppe. In seinem 90-minütigen Vortrag sensibilisierte er die Jugendlichen der zehnten bis zwölften Jahrgangsstufe auf kurzweilige, informative Weise für die Bedeutung von „Heimat und Dialekt“.
Er begann mit der vielschichtigen Definition des Begriffs „Heimat“, nach der man diese nicht nur als räumlich-geografischen Ort versteht, sondern auch als subjektiv-emotionalen Anker. Daneben kann man sich auch in kultureller, sozialer, politischer und digitaler Hinsicht einer bestimmten Gruppe zugehörig fühlen, also in ihr be-heimat-et sein. Als grundlegendes menschliches Bedürfnis „gibt Heimat jedem Menschen Wurzeln und Flügel zugleich“, so Fredi Breunig.
Im zweiten Teil seines Vortrags widmete er sich der Bedeutung des Dialekts. Dieser ist viel mehr als nur eine abweichende Grammatik oder ein Beleg ländlicher Rückständigkeit; vielmehr ist er eine „Liebeserklärung“ an eine bestimmte Region, der „Sound der Heimat“. In diesem Sinne verstanden, können auch Jugendliche ihren Dialekt wertschätzen – ja sogar sprechen – als Ausdruck ihrer Identität und als Brücke zwischen den Generationen. So sei selbst in unserer globalisierten Welt der Dialekt kein Auslaufmodell, sondern ein wertvoller Bestandteil der sprachlichen Vielfalt, so Breunig.
Wir danken Fredi Breunig für seinen interessanten Vortrag, der unseren Schülerinnen und Schülern den Wert des Dialekts im Allgemeinen und des Rhöner Dialekts im Besonderen nähergebracht hat.
Bericht und Fotos: Carola Stelzer