Zwischen Safari und Schulalltag – Unsere zweite Woche in Südafrika

27. April 2026
Reiseblog (Woche 2) Montag, 13. April: Zeit für die Familie Der Montag stand ganz im Zeichen des Alltags in den Gastfamilien. Die Schülerinnen und Schüler verbrachten den Tag mit ihren Austauschpartnern und deren Familien und erhielten einen noch intensiveren Einblick in das Leben vor Ort. Dienstag, 14. April: Natur und Verantwortung Ein besonderes Highlight der zweiten Woche war der Besuch des Kruger Nationalparks. Bereits früh am Morgen machten wir uns auf den Weg und wurden den gesamten Tag von erfahrenen Rangern begleitet. Während der Safari konnten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und erhielten gleichzeitig Einblicke in die Arbeit der Ranger. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass effektiver Naturschutz auch eine Frage von stabilen gesellschaftlichen Strukturen ist und besonders verlässlich funktioniert, wo staatliche Institutionen gegen Konflikte vorgehen und Gesetze durchsetzen. Mittwoch, 15. April: Schule im Vergleich Am Mittwoch begleiteten die Schülerinnen und Schüler ihre Austauschpartner bei einem regulären Schulalltag. Dabei konnten sie viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zum deutschen Schulsystem feststellen. So war beispielweise bereits der Beginn der Schule um 7:00 Uhr am Morgen für viele eine Umstellung. Ein besonderes Erlebnis stellte der Musikunterricht dar, Trommeln im Mittelpunkt standen. Die Schülerinnen und Schüler konnten selbst aktiv werden und entwickelten schnell ein gemeinsames Rhythmusgefühl. Diese praktische und gemeinschaftliche Erfahrung zeigte, wie Lernen auch über kulturelle Zugänge stattfinden kann. Donnerstag, 16. April: Kultur und Austausch Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des interkulturellen Lernens. Im Fach „Bush lore“ erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in traditionelles Wissen über Natur, Pflanzen und das Leben in der Wildnis. Dieser Unterricht unterschied sich deutlich von klassischen Unterrichtsformen und verdeutlichte die enge Verbindung zwischen Mensch und Umwelt. Zudem stellten die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre eigene Schule vor. Sie präsentierten das deutsche Bildungssystem und ihren Schulalltag, was zu einem regen Austausch mit den südafrikanischen Schülerinnen und Schülern führte. Dabei wurden erneut sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten deutlich. Am Nachmittag reflektierten die Schülerinnen und Schüler in einer gemeinsamen Feedbackrunde das gesamte Austauschprogramm. Dabei wurden sowohl schulische als auch außerschulische Erfahrungen gemeinsam ausgewertet und eingeordnet. Die Sitzung half, die vielfältigen Erlebnisse der vergangenen Tage bewusst zu reflektieren. Freitag, 17. April: Engagement gegen Wilderei Am Freitag nahmen die Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts am Projekt „Down to the wire“ teil. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die aus Draht, der aus Wildererfallen stammt, Schmuck herstellt und diesen verkauft. Mit diesen Einnahmen werden Anti-Wilderei-Maßnahmen finanziert. Nach einer Einführung in die Problematik der Wilderei konnten die Schülerinnen und Schüler selbst kreativ werden und eigene Schmuckstücke gestalten. Durch diese praktische Tätigkeit wurde ihnen anschaulich vermittelt, wie aus einem Problem – der Wilderei – konkrete Lösungsansätze entstehen können. Auch dieser Programmpunkt knüpfte an das SDG 16 an, da der Kampf gegen Wilderei eng mit funktionierenden Gesetzen und Institutionen verbunden ist. Wochenende: Freizeit und Rückreise Am Samstag fand an der Schule der „Open Day“ statt, bei dem auch die deutschen Schülerinnen und Schüler beteiligt waren und das Austauschprogramm vorstellten. Der Nachmittag galt den Gastfamilien, in denen die Austauschpartner ihre restliche Zeit in Südafrika verbrachten. Mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und gewachsenen interkulturellen Kompetenzen wird die Gruppe am Sonntag die Rückreise antreten. Fazit der zweiten Woche Die zweite Woche des Austauschs war geprägt von vielfältigen Erfahrungen im schulischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Besonders das Zusammenspiel von Natur, Gesellschaft und politischen Strukturen – im Sinne des SDG 16 – wurde in vielen Programmpunkten deutlich und bildete den inhaltlichen Rahmen der gesamten Woche.
Die Begegnungsreise wird durch das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramme (ENSA) und die Stiftung Jugendaustausch Bayern gefördert.
Bericht und Fotos: StRin Celine Schlaghaufer, StR Philipp Schleicher